Häusliche Pflegedienste sind nicht nur für ältere Menschen.

Wenn ein Mensch im Alltag Unterstützung benötigt, verändert sich vieles.

Plötzlich hilft jemand beim Anziehen, bei der Körperpflege, beim Essen oder beim sicheren Gehen. Dinge, die früher selbstverständlich waren, funktionieren vielleicht nicht mehr vollständig alleine.

Doch Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht, dass ein Mensch nichts mehr selbst kann.

Und genau dieser Unterschied ist wichtig.

Nicht alles abnehmen

Gut gemeinte Hilfe kann schnell dazu führen, dass Angehörige oder Pflegepersonen Aufgaben komplett übernehmen.

Es geht schneller. Es ist einfacher. Und häufig möchte man der betroffenen Person etwas abnehmen.

Doch was heute noch selbstständig möglich ist, sollte möglichst erhalten bleiben.

Kann jemand das Gesicht noch selbst waschen? Dann sollte er das auch weiterhin tun dürfen.

Kann eine Person beim Anziehen einzelne Schritte übernehmen? Dann gehört auch das zur Selbstständigkeit.

Gute Pflege fragt deshalb nicht nur:

Wo braucht jemand Hilfe?

Sondern auch: Was kann dieser Mensch noch selbst?

Kleine Dinge bedeuten viel

Selbstständigkeit zeigt sich oft in ganz alltäglichen Situationen.

Die eigene Kleidung auswählen.

Die Haare selbst kämmen.

Einige Schritte selbst gehen.

Beim Essen mitentscheiden.

Oder eine Tätigkeit zumindest teilweise selbst durchführen.

Was für andere selbstverständlich erscheint, kann für einen pflegebedürftigen Menschen ein wichtiger Teil seiner Würde und Lebensqualität sein.

Deshalb sollte Unterstützung nicht automatisch bedeuten, alles zu übernehmen.

Hilfe dort, wo sie wirklich nötig ist

Natürlich gibt es Situationen, in denen aktive Unterstützung notwendig ist.

Vielleicht fehlt die Kraft für bestimmte Bewegungen. Vielleicht besteht Sturzgefahr. Vielleicht reicht die Beweglichkeit nicht mehr aus, um eine Tätigkeit vollständig und sicher durchzuführen.

Dann braucht es Hilfe.

Entscheidend ist jedoch, diese Unterstützung so einzusetzen, dass vorhandene Fähigkeiten weiterhin genutzt werden können.

Unser Grundsatz bei Time2Care lautet deshalb:

So viel Unterstützung wie nötig. So viel Selbstständigkeit wie möglich.

Fähigkeiten können sich verändern

Pflegebedarf bleibt nicht immer gleich.

Es gibt gute Tage und schwierigere Tage. Fähigkeiten können sich verbessern oder mit der Zeit abnehmen.

Deshalb muss gute Pflege aufmerksam bleiben.

Was gestern noch alleine möglich war, benötigt heute vielleicht Unterstützung. Gleichzeitig kann eine Fähigkeit, die nach einem Spitalaufenthalt verloren gegangen scheint, durch regelmässige Aktivierung wieder zurückkommen.

Pflege sollte deshalb nicht starr sein.

Sie sollte sich am Menschen orientieren.

Auch Angehörige können Selbstständigkeit fördern

Gerade Angehörige möchten helfen.

Das ist verständlich.

Manchmal bedeutet gute Unterstützung aber auch, einen Moment länger zu warten und der betroffenen Person die Möglichkeit zu geben, etwas selbst zu versuchen.

Nicht aus Gleichgültigkeit.

Sondern weil Selbstständigkeit erhalten werden soll.

Dabei geht es nicht darum, jemanden mit einer Aufgabe alleine zu lassen, die nicht mehr sicher bewältigt werden kann. Es geht darum, gemeinsam herauszufinden, wo Unterstützung notwendig ist und wo Eigenständigkeit weiterhin möglich bleibt.

Der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Pflegebedürftigkeit verändert Fähigkeiten.

Sie verändert aber nicht den Wert eines Menschen.

Auch wenn Unterstützung notwendig wird, bleiben Wünsche, Gewohnheiten, Entscheidungen und persönliche Fähigkeiten bestehen.

Diese Ressourcen zu sehen und zu erhalten, gehört für uns zu guter Pflege.

Denn gute Pflege bedeutet nicht, einem Menschen möglichst viel abzunehmen.

Sie bedeutet, genau dort zu unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird.

Und gleichzeitig Raum für das zu lassen, was noch selbst möglich ist.

Time2Care. Spitex, die sich Zeit nimmt 💙💚

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