GASTROINTESTINALE INFEKTIONEN


Wichtig zu wissen

Durch alterungsbedingte Veränderungen an der Darmschleimhaut sind viele ältere Menschen von Verdauungsstörungen verschiedenster Art betroffen. Die häufigsten Beschwerden sind Durchfall und Stuhlinkontinenz. Gastrointestinale Infektionen können durch eine Vielzahl von Erregern ausgelöst werden. Bei Gastrointestinalen Infektionen durch Noroviren, Clostridium difficile oder ESBL siehe unter entsprechender Anleitung.

  • Epidemiologie
Erreger• Meist unbekannte Erreger, da keine mikrobiologischen Tests gemacht werden Bekannte Erreger sind z.B.:
• Adenoviren
• Astroviren
• Campylobacter jejuni / coli
• Cryptosporidium spp.
• Escherichia coli
• Giardia intestinalis
• Rotaviren
• Salmonellen Shigellen
• Vibrio cholerae (Cholera)
• Yersinia enterocolitica
InfektionsquellenAbhängig vom Erreger:
• Mensch
• Kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel
Infektiöses Material• Stuhl,
• Erbrochenes
• Kontaminierte Lebensmittel]
• Kontaminiertes Wasser
ÜbertragungKontaktübertragung (fäkal-oral)
• Lebensmittel
Einweg-Überschürze
Nein
Ausnahme: Bei pflegerischen Tätigkeiten, wenn eine Kontamination mit infektiösem Material möglich ist. Einweg-Überschürze nach Gebrauch im Kehricht entsorgen.
Mund- und Nasenschutz
Nein
Einweg-HandschuheBei Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten und/oder kontaminierten Körperarealen (z.B Analbereich).
HändedesinfektionVor und nach direktem Kontakt mit der Kundin oder dem Kunden.
Vor und nach pflegerischen Handlungen.
Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material.
Nach dem Ausziehen der Handschuhe.
Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Einweg-Überschürze
Nein, grundsätzlich nicht nötig.
Ausnahme:
Bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, wenn eine Kontamination mit infektiösem Material möglich ist.
Einweg-Überschürze nach Gebrauch im Kehricht entsorgen.
Mund- und Nasen-
schutz
Nein
Einweg-HandschuheGezieltes Tragen von Einweg-Handschuhen.
HändedesinfektionHändedesinfektion
Beim Betreten und nach dem Verlassen der Wohnung.
Nach dem Ausziehen der Handschuhe.
Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Einweg-Überschürze
Nein
Mund- und Nasen-
schutz
Nein
Einweg-HandschuheBei Kontakt mit infektiösem Material.
HändedesinfektionNach dem Ausziehen der Handschuhe.
Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Einweg-ÜberschürzeNein
Mund- und Nasen-
schutz
Nein
Einweg-HandschuheNein
HändedesinfektionNach dem Besuch Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Mund- und NasenschutzNein
HändedesinfektionschutzNein, jedoch auf gründliches Händewaschen hinweisen.
Entsorgung• Inkontinenzmaterial und Handschuhe direkt in kleinen Plastiksack geben, nicht offen stehen lassen.
• Abfall im Hauskehricht entsorgen.
• Einweg-Instrumente in der Sharp-Box entsorgen.
• Mehrweg-Instrumente geschlossen ins Zentrum zurück bringen und ohne weitere Vorbehandlung in die vorgesehene Rücksendebox zur Aufbereitung geben.
ReinigungsmassnahmenKeine besonderen Massnahmen.
WäscheKeine besonderen Massnahmen.
Ärztin- oder Arztbesuche, auch Zahnärztin oder Zahnarzt
Vorgängige Information bei Anmeldung, Termin wenn möglich zu Randzeiten.



Externe UntersuchungenVorgängige Information bei Anmeldung, Termin wenn möglich zu Randzeiten.
Physiotherapie etc
Vorgängige Information bei Anmeldung, Termin wenn möglich zu Randzeiten.
Meldung, wenn Kontakt mit infektiösem Material möglich,
(z. B. Atemtherapie,
Mobilisation bei kolonisierten Atemwegen).
Eintritt Institution (Spital / Klinik / Alterszen- trum etc.)Voranmeldung und Erwähnung im Überweisungsrapport.
Aufhebung
der zusätzlichen Hygienemassnahmen

Da eine Sanierung des Darms nicht möglich ist, muss davon ausgegangen werden, dass der Klient, die Klientin stets besiedelt bleibt.
ZentrumsleitungNeinErledigt Dat./Vis.
Hygieneverantwortliche, Tagesverantwortliche oder Mitarbeitende im Einsatz des Betriebes Gründe:
• Einleitung und Umset- zung der Schutzmassnahmen. Informiert Klientin oder Klient über erfor- derliche Hygienemass- nahmen in Bezug auf den diagnostizierten Erreger, sowie ihren/seinen Beitrag zur Reduktion einer möglichen Verschleppung.
• Sorgt dafür, dass ent- sprechendes Schutz- material bei Kunde oder Kunde vorhanden ist (wenn erforderlich).
• Holt bei Kundin oder Kunde Einverständnis ein, dass Informatio- nen gemäss Checkliste weitergeleitet werden können. Setzt zuständige Stel- len gemäss Checkliste in Kenntnis.
Ja
Einsatzleitung / Klientenplanung Grund: Einschränkung bei der Einsatzplanung.

Ja
Zuständige Haus- oder Kinderärztin oder zustän- diger Haus- oder Kinderarzt* Grund: Damit die Praxis die Kon- sultation planen kann.Ja
Zieleinrichtungen für Untersuchungen und Therapien* Grund: Damit die Zieleinrichtung die Untersuchung / Thera- pie planen kann.Ja
Betreuungspersonal in Tages- oder Nachteinrichtungen* Grund: Damit die erforderlichen Schutzmassnahmen ein- geleitet und umgesetzt werden.Ja
Betreuungspersonal in Tages- oder Nachteinrichtungen* Grund: Damit die erforderlichen Schutzmassnahmen ein- geleitet und umgesetzt werden.Ja
Alle An- und Zugehörige im Haushalt Grund: Sicherstellen, dass sie bei einem allfälligen Spital- eintritt melden sollen, dass im gleichen Haushalt jemand mit ESBL koloni- siert ist.Ja

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