| Wichtig zu wissen Nach einer operativen Anlage eines Tracheostomas ist die lokale Wundpflege, das Absaugen sowie das Auswechseln der Trachealkanüle von zentraler Bedeutung. Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf: • Die Nachfolge Institution nach dem Spital- oder Reha Aufenthalt ist vollständig informiert • Die erforderlichen Materialen sind dokumentarisch in der ärztlichen Verordnung festgelegt • Erforderliches Material wird bei Austritt für die ersten Tage mitgeliefert oder wurde bereits von der jeweiligen Homecare Firma z.B. Bichsel oder Fresucare an die Kunden geliefert. Nur so ist eine individuelle Versorgung des Kunden gewährleistet. | Video Tracheostoma Absaugen Video Tracheostoma Inhalation Video Tracheostoma Kanülenpflege Video Tracheostoma Bändchenwechsel Die Videos sind passwortgeschützt. Das Passwort für alle Videos lautet: Hygiene_Tool_2025 |
| Durch Spital/Klinik | • Die Klinik sendet mind. 10 Tage vor dem Spitalaustritt das Dauerrezept und die Bestellliste mit dem erforderlichen Material für die Pflege des Tracheostomas zu Hause an die jeweilige Homecare Firma. |
| Durch behandelnden Arzt | • Im Austrittsbericht muss ersichtlich sein, ob die Kanüle gecufft oder nicht gecufft sein muss. Weiterhin sollten Besonderheiten im Kanülenmanagement beschrieben sein. Bei Unsicherheiten beim Arzt, bzw. der Pflege im Spital nachfragen. |
| Homecare Firma Bichsel oder Fresucare | • Homecare sendet die Verordnung inkl. ausgefüllter Materialliste des erforderlichen Materials, an die Spitex und an den verant- wortlichen Arzt / Ärztin. |
| Durch MA der Spitex | • Materialbezug: Überprüfen wie die Nachbestellung von Materialien abläuft. Die Liste der benötigten Materialien inkl. Artikel- nummer muss vorhanden sein. • Rezept für das erforderliche Material muss vorhanden sein. |
| Wissensstand der Kundin- nen und Kunden prüfen | • Die Kundinnen und Kunden und oder deren Angehörige sind über das Management mit dem Tracheostoma geschult und können dies in der Praxis umsetzen. • Sind im Umgang mit dem Inhalationsgerät sicher • Sind im Umgang mit dem Absauggerät sicher • Beherrschen den Kanülenwechsel • Sie wissen, wohin sie sich bei Unsicherheiten und in Notfällen wenden müssen (Spital, Abteilung, Telefonnummer). |
| Trachealkanüle und Zubehör | Eine Trachealkanüle ist ein Kunststoffschlauch (oder Silber), der in einen Luftröhrenschnitt eingesetzt wird. Die Kanüle dient der Beatmung des tracheotomierten Menschen |
| Geschlossenes System mit Cuff | Der Cuff verringert die Gefahr einer Aspiration. Aspiration bezeichnet das Eindringen eines flüssigen oder festen Stoffes oder Gemisches direkt über die Mund-oder Nasenhöhle oder indirekt durch Erbrechen in die Luftröhre und den unteren Atemtrakt. Ob ein Cuff vorhanden ist, erkennt man am Kontrollballon der Aussenkanüle |
| Gefensterte Kanüle | Gefensterte Kanülen ermöglichen das Einatmen über die Kanüle und das Ausatmen über den Kehl- kopf. Auf diese Weise kann mit einem Sprechventil Stimme erzeugt werden. |
| Aussenkanüle | Diese liegt im Tracheostoma. Diese wird nur in Ausnahmefällen gewechselt |
| Innenkanüle | Diese liegt in der Aussenkanüle und wird regelmässig gewechselt. |
| Silberkanüle | Die Silber- Trachealkanüle ist nie gecufft |
| Trach Vent/ Künstliche Nase/ HME Filter | • Der HME-Filter (Heat and Moisture Exchanger), auch künstliche Nase genannt, wärmt und befeuchtet die Luft bevor diese in die Lunge gelangt Der HME-Filter wird auf die Kanüle gesetzt |
| Kommunikation | • Es kann sein das der Kunde mit Trachealkanüle nicht sprechen kann. (Sprechventil nötig) • Auf Mimik achten • Schreibmöglichkeit anbieten (Schreibutensilien mit harter Unterlage) • Buchstabentafel, falls möglich elektronische Schreibhilfen (Tablet, Handy…) |
| Die nachfolgende Checkliste dient dazu sicherzustellen, dass die Kundin, der Kunde alle benötigten Materialien zu Hause hat. Nicht alle Materialien sind notwendig. Die Fallführung ist verantwortlich, dass das notwendige Material vor Ort ist, sofern es nicht durch die Kundin, den Kunden oder die Angehörigen übernommen wird. Die Kosten werden in der Regel durch die Krankenkasse getragen. (Vergleiche dazu die aktuelle MiGeL Liste) |
| Material | Bezugsquellen |
| Inhalationsgerat | Lungenliga resp. Lunge Zürich |
| Absauggerat | Lungenliga resp. Lunge Zürich |
| Anatomische Pinzette Metall | Spitex |
| Sterile Kompressen 5x5cm zur Reinigung | Spitex |
| Irachealkompressen z.b. Metalline | Spitex |
| Spritzen 10ml | Homecare-Lieferant |
| Mehrere Absaugkatheter (14 CH, 12 / 10 CH) | Homecare-Lieferant |
| Duschabdeckung* | Homecare-Lieferant |
| 1 Ersatzaussenkanüle (Originalpackung) gleiche Kandlengrüsse, wie sie Kunde trägt | Homecare-Lieferant |
| Cuffmanometer | Homecare-Lieferant |
| Kilianspekulum /Spreizer | Homecare-Lieferant |
| Trachvent/ Sprechventil | Homecare-Lieferant |
| Tracheostoma Bandeli | Homecare-Lieferant |
| Nacl 0.9% Ampullen 10ml | Homecare-Lieferant |
| Naci 0.9% Spray | Homecare-Lieferant |
| Hautschutzcreme z.B. Bepanthen | Apotheke/ Drogerie |
| Abfallsacke | Warenhaus |
| Ambubeutel* | Vom Spital geliefert |
| • Häufigkeit der Cuffdruckmessung 2 x täglich, kann auch durch den Kunden, die Kundin oder Angehörige durchgeführt werden • Normaler Cuff-Druck: 15-20cmH2O (grüner Bereich) • Nicht alle Trachealkanülen verfügen über einen Cuff. Ob eine Kanüle über einen Cuff verfügt, erkennt man am Vorhandensein eines Kontrollballons. • Steht kein Cuffdruckmesser zur Verfügung muss dokumentiert werden, mit wieviel ml Luft die Kanüle gecufft ist. Dies muss in der Pflegedokumentation ersichtlich sein. Zum Cuffen und Entcuffen kann dann eine 10ml Spritze verwendet werden. • Beachte: • Zu hoher Cuff-Druck > Dekubitus an der Trachea • Vor dem Cuff entblocken > Mund absaugen (Aspirationsgefahr) • Sekretansammlungen oberhalb des Cuffs mittels 10 ml Spritze abziehen (sofern die Aussenkanüle über einen Zugang zum subglottischen Absaugen verfügt) sonst bei Bedarf absaugen • Die Hautumgebung um das Tracheostoma regelmässig auf Rötung, Blasen und Hautirritationen kontrollieren Hautpflege beachten |
| Asauckauteter | • Absaugkatheter ohne verdickten Rand verwenden. Diese werden ohne Sog eingeführt. Die Grösse des Absaugkatheter richtet sich nach der Kanülengrösse, normal CH14. |
| Grundsatz | • MA tragen Maske und Schutzbrille Handschuhe • Vor dem Absaugen mit NaCl inhalieren • Nur bei Bedarf des Kunden (Kunden, die das Sekret hoch husten, brauchen nicht abgesaugt werden) • Kein tiefes absaugen ca. 3-4 cm in die Kanüle max. Kanülenlänge Beachte: • Vor und während des Absaugvorgangs Kunde beobachten • Absaugkatheter unter leicht drehenden Bewegungen ein- und ausführen • Pro Absaugvorgang ein Katheter, wenn dieser in das Tracheostoma eingeführt wird. |
| Material | Siehe oben |
| Lagerung | Kunde mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern (45°) |
| Sugi | Sog einstellen, max 200mm HG oder 0,1-0,2 bar. Funktionstüchtigkeit der Sugi kontrollieren vor Absaugvorgang Sugi-Schlauch bereithalten |
| Absaugkatheter | • Am Ansatzbereich so weit öffnen, dass er steril aus der Verpackung genommen werden kann •Katheter auf der Ablagefläche ablegen |
| 1 P. Handschuhe unsteril | •Händedesinfektion •Handschuhe anziehen |
| Katheter Handhabung | • Katheter mit der Arbeitshand aus der Verpackung ziehen und als Schlaufe halten • Vor dem Einführen an Sugi-Schlauch anstecken mit offenen • Absaugunterbrecher (Fingertip) leicht drehend einführen ohne Sog! • Absaugkatheter langsam unter Drehbewegungen herausziehen Dauer Absaugvorgangs: max. 15 Sekunden. (Kontrolle: eigenen Atem anhalten) • Nicht denselben Katheter mehrmals verwenden! |
| Abfallsack | • Handschuh über Absaugkatheter ziehen und entsorgen • Sugi-Schlauch mit Wasser durchspülen und Sugi ausschalten. |
| • Vor dem Wechsel den Patienten oral, nasal und endotracheal absaugen • Kunde informieren • Hände desinfizieren • Handschuhe anziehen • Trachvent/ Sprechventil entfernen • Trachvent evt. entsorgen • Innenkanüle herausnehmen • Innenkanüle unter fliessendem Wasser ausspülen und gut trocknen • Kanülen welche nicht mehr sauber werden auswechseln – Innenkanüle am Ansatz halten und vorsichtig einführen und einrasten • Handschuhe ausziehen und Hände desinfizieren • Nach dem Innenkanülenwechsel Trachvent / Sprechventil auf Kanüle aufsetzen • Pflegehandlung und Befinden des Kunden dokumentieren |
| • Die Aussenkanüle wird im Notfall gewechselt, wenn diese nicht mehr durchgängig oder z.B. der Cuff beschädigt ist • Zum notfallmässigen Offenhalten des Tracheostomas kann der Spreizer oder die Ersatzkanüle verwendet werden. • Im Notfall ist die Sanität zu informieren • Der regelmässige Wechsel der Kanüle sollte durch den Arzt erfolgen |
| Definitionen | Aufgrund der Tracheotomie verändern sich bei Notfallsituationen einige wesentliche Aspekte im Ablauf, das heisst die Beatmung erfolgt durch die Trachealkanüle. Dyspnoe Mit subjektiver Atemnot einhergehende Erschwerung der Atmung. Ausdruck einer respiratorischen Insuffizienz unterschiedlicher Ätiologie und in der Regel mit sicht- bar verstärkter Atemarbeit (Bsp. Tachypnoe) einhergehend1. Apnoe Atemstillstand, der zu einer Hypoxie des Gehirns und damit zu irreversiblen Schäden des Gehirns führen kann. |
| Ursachen | • Obstruktion der Trachea (Trachealkanüle) durch Borken (eingetrocknetes Sekret) • Blutungen • Emesis/ Aspiration • Fremdkörperaspiration • Osophagitis • Pneumonie • Asthma • COPD • Schockzustand |
| Symptome | •Tachypnoe Stridor • Unregelmässige Atemfrequenz • Zyanose Interkostale Atmung • Unruhe, Angst Bewusstlosigkeit bei einer Apnoe |