ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamase)
Wichtig zu wissen
Infektion/Kolonisation mit Bakterien, die ein erweitertes Resistenzmuster gegen Beta-Laktam- Antibiotika aufweisen.
Epidemiologie
Erreger
Enterobacteriaceae (z.B. Escherichia coli, Klebsiella spp., Proteus mirabilis, Enterobacter spp.), die ein bestimmtes Enzym, nämlich das ESBL bilden. Dieses Enzym zerstört die Wirkkomponente einer grossen Gruppe von gebräuchli- chen Antibiotika, den Beta-Laktam-Antibiotika.
Infektionsquellen
Infektiöses Material
Übertragung
Direkter und indirekter Kontakt mit infektiösem Material.
Schutzmassnahmen für das Pflegepersonal
Einweg-Überschürze
Nein
Ausnahme:
Bei pflegerischen Tätigkeiten, wenn eine Kontamination mit infektiösem Material möglich ist. Einweg-Überschürze nach Gebrauch im Kehricht entsorgen.
Mund- und Nasenschutz
Nein
Ausnahme:
Beim Absaugen besiedelter Atemwege.
Einweg-Handschuhe
Bei Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten und/oder kontaminierten Körperarealen (z.B Analbereich).
• Vor und nach direktem Kontakt mit der Kundin oder dem Kunden.
• Vor und nach pflegerischen Handlungen.
• Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material.
• Nach dem Ausziehen der Handschuhe.
Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Schutzmassnahmen für das Personal der Hauswirtschaft
Einweg-Überschürze
Nein, grundsätzlich nicht nötig.
Ausnahme:
Bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, wenn eine Kontamination mit infektiösem Material möglich ist. Einweg-Überschürze nach Gebrauch im Kehricht entsorgen.
Mund- und Nasen- schutz
Nein
Einweg-Handschuhe
Gezieltes Tragen von Einweg-Handschuhen.
• Beim Betreten und nach dem Verlassen der Wohnung.
•Nach dem Ausziehen der Handschuhe.
Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Schutzmassnahmen für Angehörige und Betreuungspersonen, die pflegen
Einweg-Überschürze
Nein
Mund- und Nasen- schutz
Nein
Einweg-Handschuhe
Bei Kontakt mit infektiösem Material.
Händedesinfektion
Nach dem Ausziehen der Handschuhe.
Dauer: 1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Schutzmassnahmen für Besucherinnen und Besucher
Einweg-Überschürze
Nein
Mund- und Nasen- schutz
Nein
Einweg-Handschuhe
Nein
Händedesinfektion
Nach dem Besuch
Dauer:1 x 30 Sekunden mit dem üblichen Händedesinfektionsmittel.
Schutzmassnahmen für die Kundin/den Kunden
Mund- und Nasenschutz
Nein
Händedesinfektion
Nein, jedoch auf gründliches Händewaschen hinweisen.
Entsorgung, Reinigungsmassnahmen und Wäsche
Entsorgung
• Inkontinenzmaterial und Handschuhe direkt in kleinen Plastiksack geben, nicht offen stehen lassen.
• Abfall im Hauskehricht entsorgen.
• Einweg-Instrumente in der Sharp-Box entsorgen.
• Mehrweg-Instrumente geschlossen ins Zentrum zurück bringen und ohne weitere Vorbehandlung in die vor- gesehene Rücksendebox zur Aufbereitung geben.
Reinigungsmassnahmen
Keine besonderen Massnahmen.
Wäsche
Keine besonderen Massnahmen.
Verlegung
Ärztin- oder Arztbesuche, auch Zahnärztin oder Zahnarzt
Vorgängige Information bei Anmeldung, Termin wenn möglich zu Randzeiten.
Externe Untersuchungen
Vorgängige Information bei Anmeldung, Termin wenn möglich zu Randzeiten.
Physiotherapie etc
Meldung, wenn Kontakt mit infektiösem Material möglich, (z. B. Atemtherapie, Mobilisation bei kolonisierten Atemwegen).
Eintritt Institution (Spital / Klinik / Alterszen- trum etc.)
Voranmeldung und Erwähnung im Überweisungsrapport.
Dauer der Massnahmen
Aufhebung der zusätzlichen Hygienemassnahmen
Da eine Sanierung des Darms nicht möglich ist, muss davon ausgegangen werden, dass der Klient, die Klientin stets besiedelt bleibt.
Checkliste Information an interne/externe Stellen bei ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamase)
Diese Checkliste wird ausgedruckt und ausgefüllt. ie dient zur Unterstützung und wird in der Dokumentation abgelegt.
Notwendig
Erledigt Dat./Vis.
Zentrumsleitung
Nein
Hygieneverantwortliche,Tagesverantwortliche oder Mitarbeitende im Einsatz des Betriebes
• Einleitung und Umset- zung der Schutzmassnahmen. Informiert Klientin oder Klient über erfor- derliche Hygienemass- nahmen in Bezug auf den diagnostizierten Erreger, sowie ihren/seinen Beitrag zur Reduktion einer möglichen Verschleppung.
• Sorgt dafür, dass ent- sprechendes Schutz- material bei Kunde oder Kunde vorhanden ist (wenn erforderlich). Holt bei Kundin oder Kunde Einverständnis ein, dass Informatio- nen gemäss Checkliste weitergeleitet werden können. Setzt zuständige Stel- len gemäss Checkliste in Kenntnis.
Ja
Einsatzleitung / Klientenplanung
Grund:
Einschränkung bei der Einsatzplanung.
Ja
Zuständige Haus- oder Kinderärztin oder zustän- diger Haus- oder Kinderarzt*
Grund:
Damit die Praxis die Kon- sultation planen kann.
Ja
Zieleinrichtungen für Untersuchungen und Therapien*
Grund:
Damit die Zieleinrichtung die Untersuchung / Thera- pie planen kann.
Ja
Auswärtige Spitex bei Ferienaufenthalten*
Grund:
Damit die erforderlichen Schutzmassnahmen ein- geleitet und umgesetzt werden.
Ja
Alle An- und Zugehörige im Haushalt
Grund:
Sicherstellen, dass sie bei einem allfälligen Spital- eintritt melden sollen, dass im gleichen Haushalt jemand mit ESBL koloni- siert ist.
Ja
* Während der Dauer der akuten Phase in Absprache der Klientin oder des Klienten