Häusliche Pflegedienste sind nicht nur für ältere Menschen.

Ein loser Teppich. Ein Kabel im Durchgang. Eine schlecht beleuchtete Treppe.

Dinge, die wir jeden Tag sehen und irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen.

Dabei gehören Stürze zu den häufigsten Unfällen in der Schweiz. Und sie sind keineswegs nur ein Thema im hohen Alter.

Eine aktuelle Untersuchung der BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung, zeigt: Jedes Jahr verletzen sich in der Schweiz fast 50’000 Menschen im erwerbsfähigen Alter bei einem Sturz zu Hause. Mehr als 7’000 davon schwer.

Über alle Altersgruppen hinweg passieren zu Hause jährlich sogar rund 127’000 Sturzunfälle.

Die Gefahr wird oft unterschätzt

Das eigene Zuhause fühlt sich sicher an.

Genau deshalb werden kleine Risiken schnell übersehen.

Schuhe stehen auf der Treppe. Der Teppich rutscht ein wenig. Nachts führt der Weg ins Badezimmer durch einen dunklen Flur. In der Dusche fehlt eine rutschfeste Unterlage.

Meist passiert nichts.

Bis es einmal passiert.

Besonders im Alter können die Folgen eines Sturzes erheblich sein. Eine BFU Erhebung aus September 2026 zeigt, dass mehr als jede zweite Person ab 65 Jahren ein erhöhtes Sturzrisiko aufweist. Mehr als 1’700 Menschen sterben in der Schweiz jährlich an den Folgen eines Sturzes. 95 Prozent der tödlichen Sturzunfälle betreffen Menschen über 64 Jahre.

Fünf Dinge, die du heute prüfen kannst

Die BFU empfiehlt einige einfache Massnahmen, mit denen sich typische Gefahren reduzieren lassen:

• Stolperfallen entfernen: Kabel, Schuhe und herumliegende Gegenstände gehören nicht in Gehwege.

• Teppiche sichern: Lose Teppiche und Läufer sollten mit einem Gleitschutz versehen werden.

• Für gutes Licht sorgen: Besonders Treppen, Flure, Eingänge und der Weg vom Bett zum Badezimmer sollten gut beleuchtet sein.

• Bad und Dusche sichern: Antirutsch Streifen oder rutschfeste Beläge können zusätzlichen Halt geben.

• Treppen freihalten: Treppen sollten nicht als Ablagefläche genutzt werden.

Oft braucht es also keinen grossen Umbau.

Schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen.

Nicht nur die Wohnung spielt eine Rolle

Sturzprävention bedeutet aber mehr als Teppiche und Beleuchtung.

Auch Gleichgewicht, Muskelkraft, Sehvermögen, frühere Stürze und bestimmte Erkrankungen können das Risiko beeinflussen.

Bei älteren Menschen können zudem gewisse Medikamente eine Rolle spielen. Die BFU empfiehlt ausdrücklich, verschriebene Medikamente deshalb nicht selbstständig abzusetzen, sondern bei Unsicherheit mit der Arztpraxis oder Apotheke zu besprechen, ob ein erhöhtes Sturzrisiko oder mögliche Wechselwirkungen bestehen.

Auch regelmässiges Training von Kraft und Gleichgewicht gehört zu den wichtigen Massnahmen der Sturzprävention.

Ein Blick von aussen kann helfen

Viele Gefahren im eigenen Zuhause sehen wir irgendwann nicht mehr.

Wir laufen seit Jahren über denselben Teppich. Stellen Dinge immer an denselben Ort. Kennen jede Stufe.

Gerade deshalb kann es hilfreich sein, die Wohnung einmal ganz bewusst mit anderen Augen anzuschauen.

Die BFU hat gemeinsam mit Spitex Schweiz, Pro Senectute, Physioswiss, der Rheumaliga Schweiz und dem Ergotherapie Verband Schweiz eine digitale Checkliste entwickelt. Damit können Wohnräume systematisch auf mögliche Sturzgefahren überprüft werden.

Sicherheit erhält Selbstständigkeit

Sturzprävention bedeutet nicht, das Zuhause komplett umzubauen oder aus Vorsicht jede Aktivität zu vermeiden.

Im Gegenteil.

Ein sicheres Wohnumfeld kann dazu beitragen, dass Menschen sich weiterhin selbstständig bewegen und ihren Alltag möglichst eigenständig gestalten können.

Auch für Angehörige kann es beruhigend sein, typische Gefahren frühzeitig zu erkennen.

Bei Time2Care gehört für uns deshalb zu guter Betreuung nicht nur die einzelne Pflegeleistung.

Es geht auch darum, aufmerksam hinzuschauen, Veränderungen wahrzunehmen und Risiken im Alltag ernst zu nehmen.

Manchmal beginnt Sicherheit mit etwas ganz Einfachem:

Einmal bewusst durch die eigene Wohnung gehen und hinschauen.

Vielleicht fällt dabei etwas auf, an dem man jeden Tag vorbeigelaufen ist.

Time2Care. Spitex, die sich Zeit nimmt 💙💚

Quelle und weitere Informationen: BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung

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